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Tipp: Bücher und Filme mit Tiefgang


Für Sie (an)gelesen und gesehen, aus unserer:

Bibliothek

Welt mit Zukunft

Der erst im März 2007 aufgelegte Bestseller "Welt mit Zukunft" von F.J. Radermacher (ISBN 978-3-938017-86-9) ist jetzt bereits in der zweiten Auflage erschienen.

"Schlag auf Schlag: erst der große Klimabericht, und jetzt dieses Buch. Radermacher und Beyers analysieren nicht nur, sondern bringen endlich auch Lösungen: LESEN UND WEITERSAGEN!" (Ernst von Weizsäcker)

"Zukunft gibt es nur in einer humanen Gesellschaft." (Heiner Geißler)
Quelle: Global Marshall Plan Initiative 


Ölwechsel

Das Erdölzeitalter begann im Mai 1859 in der Lüneburger Heide in einem kleinen Ort zwischen Hannover und Celle durch die königlich-hannoversche Bohrmannschaft. Was in den 150 Jahren danach geschah ist uns allen bekannt. Nun neigt sich das Erdölzeitalter dem Ende zu und der Peak-Oil steht an. Erneuerbare Energien sind nun gefragt und gefordert. In seinem Buch (ISBN: 978-3941216990) untersucht der Autor Risiken und Chancen des "Ölwechsels" auf Biomasse.

Dr. rer. nat. habil. Uwe Lahl ist Chemiker und lehrt an der TU Darmstadt. Seit 2001 ist er Ministerialdirektor im Bundesumweltministerium. 
 

A Blueprint for a Saver Planet 

"Es ist notwendig, unsere Prinzipien für die Entscheidungsfindung auf einer Ethik zu basieren — viel zu oft benehmen sich Ökonomen so, als ob solche Diskussionen irrelevant oder für jemand anderen gedacht seien."

Kein geringerer als Sir Nicholas Stern selbst, dem ehemaligen Chefökonom der Weltbank, schrieb dieses brandneue Buch (ISBN: 978-1847920386) in welchem er mit kontroversen und neuartigen Methoden Ethik in das Spiel der Wirtschaft bringt. Spätestens weltweit bekannt wurde er als ökonomischer Klimakämpfer mit seinem 2006 im Auftrag der britischen Krone verfassten Klimawandelbericht, dem sogenannten "Stern-Report". Dort berichtet er auf 700 Seiten er über die Kosten der globalen Erwärmung und die Folgeschäden für die weltweite Wirtschaftsleistung. Stern kommt zu einem verheerenden Fazit welches die gesamte Ökonomie und Politik schockte.


Die Gier war grenzenlos 

Eine ehemalige Derivatehänderin packt unter dem Pseudonym "Anne T." aus und rechnet mit einer ganzen Branche ab. Als "Femme Fatale" hat die deutsche Ex-Bankerin nach einem grandiosem Aufstieg jahrelang in einer von Männern dominierten Szene mit Millionen und aber Millionen jongliert.
Nach ihrem angewidertem Ausstieg beichtet Anne T. anonym von der Hexenküche der Derivate-Industrie, die mit Ihren künstlichen Gebilden strukturierter Finanzprodukte, welche gepaart mit grenzenloser Profitmaximierung und Risikobereitschaft, Verantwortungslosigkeit sowie überzogenen Bonuszahlungen geschuldetem (Wett-)Eifer, nicht nur ahnungslose Endanleger überforderten sondern auch nach Versagen der Aufsichtsgremien u. a. die Finanzkrise nach sich ziehen musste.

Das Buch (ISBN: 978-3-430-20082-0) erscheint, ob nun zufällig oder nicht, gerade rechtzeitig in einer von Rücksichtslosigkeit, Zeitdruck, Geiz und Gier gekennzeichneten Epoche eines "monetären Armageddon".
Es ist für den Laien, der schon immer einmal hinter die Kulissen des Börsenparketts schauen wollte, ebenso geeignet wie für den gerne auch männlichen Profi. Die Autorin verzichtet möglichst auf Fachbegriffe (ansonsten im Anhang erklärt) und schreibt dabei fesselnd, lebendig und authentisch was den Broker wirklich antreibt.


CO2 Lebenselexier und Klimakiller

Der jüngste Klimagipfel in Koppenhagen scheint gescheitert, ist aber mindestens eine herbe Enttäuschung, zeigt uns das Dilemma konstatierte Ernüchterung welche vor der Vernunft und einem Minimalmaß an Verantwortung die brutale Realität des allezeit regierenden schnöden Mammon und/oder der verletzten Eitelkeiten ganzer Staatsregierungen offenbart.

Die drei zentralen Begriffe während dieser UN-Klimakonferenz waren und sind CO2, Treibhausgas und Kohlendioxid. So negativ diese Worte mit dem Malus Klimakiller behaftet sind, beschreiben sie doch nichts weiter als die nüchterneren Synonyme für ein und die selbe chemische Verbindung. Und zwar genau die des Elementes, welches als Ausgangsstoff für die Photosynthese gerade der Grundbaustein allen Lebens ist — eben ein Lebenselixier.

Die AutorenInnen geben diesem berüchtigtem geschmack- und geruchlosem Gas, welches wir z. B. in der Form von Kohlensäure in Erfrischungsgetränken sogar lieben, ein Profil. Das Buch erzählt uns nicht nur die Geschichte über die Auswirkungen auf unser Klima, sondern auch die (kultur)geschichtlichen, geographischen und bio-chemischen Zusammenhänge bis zurück zur Entstehung des Lebens und wieder hin zu unserer täglichen CO2-Bilanz in allen Farben und Facetten der Natur. Denn nur wenn wir diesen unverzichtbaren und unsichtbaren Stoff besser verstehen lernen kann die Menschheit vielleicht genau dann die durch ihn und uns verursachten Probleme leichter lösen.

Das Buch ist ein Sammelband vieler renommierter AutorInnen und wird von Armin Reller (Inhaber des Lehrstuhls für Festkörperchemie der Uni Augsburg und Vorstandssprecher des Wissenschaftszentrums der Uni Augsburg) sowie von Jens Soentgen (promovierter Philosoph und seit 2002 wissenschaftlicher Leiter des Wissenschaftszentrums Umwelt der Uni Augsburg) im oekom verlag (ISBN: 978-3-86581-118-9) herausgegeben.


Cinethek

Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte

Kein geringerer als Michael Moore der US-amerikanische Großmeister des Genres im kritischen Dokumentarfilmen selbst hat diesen neuen Film gedreht. Er lief im Spätherbst 2009 in den deutschen Kinos an wurde bei den 66. Filmfestspielen von Venedig im Original "Capitalism: A Love Story" uraufgeführt.
Der Regisseur, Autor und Journalist Moore erreichte endgültig seinen internationalen Durchbruch mit den beiden Filmen "Bowling for Columbine" und "Fahrenheit 9/11". Weltberühmt wurde er 2003 anlässlich seiner Rede "Shame on you Mr. Bush!" im Rahmen der Oskarverleihung. In seinem neuesten Film geht es um Liebe, Romantik, Leidenschaft, und darum wie man täglich 14.000 Jobs "zurückbaut", also um die klammheimliche und verbotene Liebe der Wirtschaft, insbesondere der Finanzindustrie zum blanken und brutalen Kapitalismus. Deshalb die Wahl dieses Titels, so der Filmemacher.

In gewohnter polemischer Manier führt Moore den auch nicht Brancheninsider polarisierend durch die Ursachen und Wirkungen der Finanz-, Banken- und letztendlich bis zur globalen Wirtschaftskrise. Unsägliche Gier, Ignoranz, perfides Gewinnstreben und auf der anderen Seite das tragische Los von abermillionen Kreditkunden, Endverbrauchern und letztendlich der Hunger leidenden Kinder in  der 3. und 4. Welt seien an dieser Stelle markante Stichworte für den Film.

Die hier gezeigten Ereignisse können leider und durchaus auch eine deutsche Liebesgeschichte erzählen. Denn das Verhalten während der Krise, die Gründe dafür und die aberwitzigen Versuche der Bankenrettung zu lasten des Steuerzahlers haben auch hier schwere Wunden hinterlassen. "Deutschland Weltmeister in riskanten Bankgeschäften" formulierte im Mai 2009 EU-Industriekommissar Günter Verheugen treffend und griff damit die hiesige Finanzindustrie scharf an.
Wie gierig und krank die heimische Geldbranche tatsächlich mangels funktionierender Selbstaufsicht und Regulierung Risiken eingegangen und bis heute noch darin verstrickt ist, kann das oben erwähnte Werk von Anne T. "Die Gier war grenzenlos" herrlich unverblümt erzählen.

Ein grandioser Film, allerdings nichts für Zartbesaitete, wie Moore "typisch amerikanisch" im Vorpsann zu den Haftungshinweisen für Gesundheitsrisiken warnt.