| Auftakt der Weltklimakonferenz 2008 in Polen |
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Memorandum für ein faires und ambitioniertes Weltklimaabkommen
Zum Auftakt der Weltklimakonferenz in Posen machen VertreterInnen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in einem Memorandum auf die Dramatik des Klimawandels aufmerksam. Die Unterzeichner fordern gerechte Rahmenbedingungen für den globalen Klimaschutz. Das Memorandum richtet sich an die politisch Verantwortlichen aller Staaten, die auf der UN-Konferenz in Polen über die künftige Klimapolitik verhandeln.
"Ein Welt-Klimaabkommen muss effektiv, effizient und gerecht die Treibhausgas-
Emissionen reduzieren. Der Kampf gegen den Klimawandel und der Kampf gegen
globale Armut werden zusammen gewonnen oder verloren." Mit diesem Appell an die
Delegierten fordern die UnterzeichnerInnen des Memorandums zum Auftakt der
Weltklimakonferenz in Posen, die heute startet, den Weg für weitreichende und
gerechte Entscheidungen zu ebnen. "Die Gefahr des Klimawandels ist gewaltig", und
ebenso gewaltig müsse die Lösung sein. Die Erderwärmung auf maximal zwei Grad
Celsius gegenüber vorindustrieller Zeit zu begrenzen, um unbeherrschbaren Klimawandel
zu vermeiden, ist eine riesige Herausforderung. Unser Energiesystem muss
dazu auf nicht fossile Energieträger umgestellt werden, was einer dritten industriellen
Revolution gleichkommt. "Ein Globaler Vertrag basierend auf Klimagerechtigkeit"Der Leitgedanke des Memorandums ist die Idee, die globale Klimapolitik mit einem
Weltvertrag (Global Contract) gerecht und effektiv zu gestalten. Klimagerechtigkeit
wird dabei als gleiches Anrecht jeder Person verstanden, eine bestimmte Menge an
Treibhausgasen zu verursachen, aber auch als Pflicht, darüber hinaus gehende
Emissionen zu kompensieren. Derzeit besteht ein großes Ungleichgewicht zwischen
den Industriestaaten, die hauptsächlich zum Klimawandel beigetragen haben, und
den Entwicklungsländern, die von den Auswirkungen des Klimawandels jetzt und in
Zukunft besonders betroffen sind. Eckpunkte des Global ContractDie globale Vereinbarung über gemeinsame Klimapolitik muss die Voraussetzung
dafür schaffen, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad gegenüber vorindustrieller
Zeit begrenzen zu können. Nur auf diese Weise kann das Risiko gefährlicher Auswirkungen
des Klimawandels verringert werden. Damit ein solcher Vertrag zustande
kommt, müssen die Rechte und Pflichten gerecht auf alle Länder verteilt werden.
Die Industriestaaten müssen dazu Verantwortung für ihre Emissionen in der Vergangenheit
übernehmen und ihren künftigen Treibhausgas-Ausstoß bis zum Jahr
2050 um über 80 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 reduzieren. Im
Memorandum wird zudem gefordert, dass sie die Entwicklungsländer bei der Vermeidung
weiteren Klimawandels und bei der Anpassung an nicht vermeidbare
Auswirkungen unterstützen. Die Entwicklungsländer werden hingegen aufgefordert,
ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und die Fehler der industrialisierten Welt
nicht zu wiederholen.
Quelle: Presseinformation Ökosoziales Forum Europa, Wien am 01.12.2008
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